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Wolfgang Wolf: "Tradition gibt dir keine Zeit"

fcn.de: Nach achteinhalb Jahren kehren Sie zum Club zurück. Wie ist Ihr erneutes Engagement zustande gekommen?Wolfgang Wolf: Martin Bader hat mich angerufen und mir mitgeteilt, was der Verein vorhat und dass ich einer der Kandidaten für die Position bin. Nürnberg war, trotz der Trennung damals, eine erfolgreiche Station. Ich habe mich schon häufiger auf mein Bauchgefühl verlassen, deshalb stand für mich fest: Ich helfe gerne, wieder etwas aufzubauen, wenn ich gefragt werde. Der Verein hat sich in den vergangenen Jahren in Sachen Infrastruktur und Vereinsgelände gut entwickelt. Es ist schade, dass der Club den Gang in die 2. Liga antreten musste. Dies gilt es schnellstmöglich zu reparieren.  fcn.de: Die meisten Club-Fans haben Sie als Trainer in Erinnerung, obwohl Sie damals auch eine zeitlang Manager waren. Nun kehren Sie als Leiter Fußballabteilung zurück. Wie sieht Ihr genaues Aufgabengebiet aus?Wolfgang Wolf: Ich bin in die Trainersuche und die Zusammenstellung der neuen Mannschaft involviert. Hier werde ich meine Erfahrungen und Kenntnisse einbringen. Wir wollen die richtigen Schlüsse ziehen, die richtigen Entscheidungen treffen. Die Kaderzusammenstellung erfolgt Hand in Hand mit dem neuen Trainer. Ich sehe mich klar als Teamplayer. Wir werden Gespräche mit Spielern führen, die wir halten wollen und die neue Mannschaft zusammenstellen. Eine Mannschaft, die weiß, was auf sie zukommt. Wir wissen alle, was auf uns zukommt. Es wird eine schwierige Saison. Tradition gibt dir keine Zeit. fcn.de: Was reizt Sie an dieser neuen Aufgabe?Wolfgang Wolf: Ich kenne mit Traineramt und Managerposten beide Seiten. Bis auf meine Zeit in Wolfsburg habe ich bei allen Stationen beides gemacht. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den Menschen im Verein, ich spüre Vertrauen. Es stimmt alles beim Club – bis auf die Liga. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass sich der Club wieder in der Bundesliga etabliert. fcn.de: Wie intensiv haben Sie den Club in den letzten Jahren verfolgt?Wolfgang Wolf: Den Club habe ich immer verfolgt, genau wie alle anderen Stationen, bei denen ich gearbeitet habe. Mein Bruder Arno hat bis zu seinem Tod beim 1. FCN gearbeitet. Durch ihn habe ich viel gehört. Ich habe den Verein in guter Erinnerung und immer ein Stück weit im Herzen gehabt. Im zwischenmenschlichen Bereich hat immer alles gestimmt. Ich habe viele Spieler zum 1. FCN geholt: Marek Mintal, Raphael Schäfer, Javier Pinola - auch Martin Bader. Mit dem Club habe ich den Aufstieg, aber auch die Entlassung erlebt. Das, was mein Nachfolger Hans Meyer hinbekommen hat, hätte ich nicht erreicht. Das muss ich ehrlich sagen. In der vergangenen Saison habe ich sehr mit dem Club mitgelitten, habe Daumen gedrückt. Es hat leider nichts genützt. fcn.de: In den letzten fünf Jahren hat der Club durchgehend in der Bundesliga gespielt. Die 2. Liga ist dadurch auch für viele Neuland. Wie gut kennen Sie die 2. Liga?Wolfgang Wolf: Ich kenne die 2. Liga sehr gut, habe zuletzt nur 50 km von Sandhausen entfernt gewohnt und deshalb etliche Zweitliga-Partien von Sandhausen, Karlsruhe und Kaiserslautern gesehen. Ich weiß, was uns erwartet und wie wir auftreten müssen. Zehn Mannschaften können in der nächsten Spielzeit um den Aufstieg spielen, dazu kommt RB Leipzig. Es kommt also einiges auf uns zu. fcn.de: Sie waren in Ihrer Laufbahn sowohl Trainer als auch Manager. Warum haben Sie sich jetzt dafür entschieden, als Leiter Fußballabteilung und nicht wieder als Trainer zu arbeiten?Wolfgang Wolf: Es lagen mir Trainerangebote vor, aber es gab eben auch den Anruf des Club, wo Herz und Bauch gesagt haben: Das ist es. Ich werde den neuen Club-Trainer bedingungslos unterstützen. Dabei helfen mir meine Erfahrungen, die ich selbst als Trainer gemacht habe. Ich weiß, was Trainer schätzen und brauchen. Aus dieser Perspektive heraus, werde ich agieren. fcn.de: Sie waren zwischen 2003 und 2005 schon mal beim Club. Ist das gerade jetzt in der Einarbeitungsphase ein Vorteil?Wolfgang Wolf: Ich fange nicht bei null an, kenne Abläufe, Strukturen, Umfeld. Das ist von Vorteil. Ich weiß, was der Verein darstellt und die Menschen von ihrem Club erwarten. fcn.de: Wie sieht der Plan für die ersten Tage aus, Stichwort Trainersuche und Kaderplanung?Wolfgang Wolf: Wir haben eine Themenliste ausgearbeitet. Priorität hat die Besetzung des Chef-Trainerpostens und seines Teams. Wir werden Gespräche mit Spielern des vorhandenen Kaders führen, die wir beim Club halten wollen, weil sie für die Aufgabe in der 2. Liga in Frage kommen. In Absprache mit dem neuen Trainer werden dann die restlichen Positionen besetzt. fcn.de: Wie lauten die Ziele?Wolfgang Wolf: Wir haben alle ein Ziel – Vereinsführung, Mannschaft, Anhänger. Da brauchen wir nicht lange drum herum reden: Der 1. FC Nürnberg will so schnell wie möglich aus der 2. Liga heraus. Dafür werden wir einen langen Atem brauchen, gegenseitige Unterstützung, Vertrauen und die nötige Ruhe. Ich hoffe, dass wir sie kriegen, denn am letzten Spieltag wollen wir alle zusammen feiern. 

Authors: 1. FC Nürnberg

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